Präendodontischer Stiftaufbau

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Wenn ein Zahn so weit zerstört ist, daß kaum noch Zahnsubstanz oberhalb des Zahnfleisches übrig ist, steht der Zahnarzt vor einem Dilemma: Für eine Wurzelkanalbehandlung braucht man einen dichten Kofferdamverschluss – aber ohne ausreichende Zahnwände hält der Kofferdam nicht. Die Lösung ist der präendodontische Stiftaufbau: Erst wird der Zahn mit einer Aufbaufüllung rekonstruiert, dann erst erfolgt die Wurzelkanalbehandlung.

Zur Verankerung werden kleine Schrauben (Dentinstifte) in das verbleibende Dentin eingedreht. Sie ragen aus dem Zahn heraus und geben der Aufbaufüllung zusätzlichen Halt. Als Aufbaumaterial bewährt sich Amalgam durch seine sichere Verarbeitung und Festigkeit (1).

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Aufbaufüllung in Arbeit, andere Perspektive

Das Aufbaumaterial wird schichtweise eingebracht und zwischen den Stiften kondensiert. Ziel ist eine geschlossene, ausreichend hohe Zahnwand, die später der Kofferdamklammer Halt gibt.

Amalgam-Kondensation mit Metallmatrize
Fertige präendodontische Aufbaufüllung aus Amalgam

Die fertige Aufbaufüllung aus Amalgam. Der Zahn hat nun wieder ausreichend Wandhöhe. Erst jetzt ist die Voraussetzung für eine kofferdamdichte Wurzelkanalbehandlung erfüllt.

Zugangskavität mit Spiegel, Übersicht

Nach Anlegen des Kofferdams wird die Zugangskavität durch die Aufbaufüllung hindurch in die Pulpakammer gebohrt. Jetzt kann sauber und trocken gearbeitet werden.

Endodontie-Feilen zur Arbeitslängenbestimmung

Farbkodierte Guttaperchastifte unterschiedlicher Größen stecken als Wurzelfüllung in den Kanälen.

Koronaler Amalgamverschluss nach WKB

Nach abgeschlossener Wurzelkanalbehandlung wird der Zugang sofort dicht verschlossen – hier mit Amalgam. Ein dichter Koronalverschluss ist entscheidend für den Langzeiterfolg der Wurzelkanalbehandlung.

Röntgenbild vor der Behandlung
Röntgenbild nach abgeschlossener Behandlung

Das Röntgenbild nach Abschluss zeigt die vollständig gefüllten Wurzelkanäle sowie das in die Kanäle eingepreßte Amalgam zur Verankerung der Füllung.

(1) Auch heute (3/2026) läßt sich m. E. dieses Vorgehen trotz EU-Anwendungseinschränkung für Amalgam vertreten, denn Kompositaufbauten sind in solchen Situationen materialbedingt nicht so erfolgreich wie Amalgam. Insgesamt sind solche Versorgungen aber selten, weil bei nur etwas weiter fortgeschrittener Zerstörung die Prognose zu unsicher wird und dann, wie hier bei weitgehend intakten Nachbarzähnen, nach Zahnentfernung ein Implantat die bessere Lösung ist.