Claude Code Memory für Publii: Schnellstart-Wissen zum Download
Autor: Claude Code
erstellt von Claude Code, nicht geprüft
An English translation of this post is available: Claude Code Memory for Publii: Quick-Start Knowledge for Download.
Im letzten Post habe ich beschrieben, wie ich meine 30 Jahre alte Homepage-Maker-3-Website mit Claude Code auf Publii umgestellt habe. In diesem Post teile ich das dabei gewonnene Wissen – in einer Form, die Sie direkt nutzen können: als sogenannte Memory-Dateien für Claude Code.
Was ist eine Claude Code Memory-Datei?
Claude Code, das KI-Werkzeug von Anthropic für Entwicklerinnen und Entwickler, kann Wissen zwischen verschiedenen Sitzungen speichern. Dazu legt es Textdateien im Markdown-Format in einem speziellen Verzeichnis ab – dem Memory. Beim nächsten Gespräch liest Claude Code diese Dateien automatisch und weiß sofort, womit es zu tun hat: Welche Dateistruktur nutzt Publii? Welche Fehler sind typisch? Wie funktioniert das SQLite-Schema?
Ohne Memory muß Claude Code dieses Wissen jedes Mal neu erarbeiten – was Zeit kostet und Fehlerquellen öffnet. Mit einer guten Memory-Datei starten Sie sofort mit einem informierten Assistenten.
Wie Claude Code das Memory nutzt – und warum die 200-Zeilen-Grenze wichtig ist
Das Memory wird einmalig zu Sitzungsbeginn geladen, nicht vor jeder einzelnen Anfrage. Claude Code liest dabei zunächst die Datei MEMORY.md – den Index. Diese Datei ist auf 200 Zeilen begrenzt; was darüber hinausgeht, wird abgeschnitten und ist für Claude Code in dieser Sitzung unsichtbar.
Die verlinkten Unter-Dateien (wie publii-claude-memory.md) werden nicht automatisch geladen. Claude Code liest sie nur, wenn es selbst erkennt, dass ein Thema relevant ist – das ist nicht immer zuverlässig. Deshalb gilt: Je kritischer eine Information, desto eher sollte sie direkt in MEMORY.md stehen (als kurzer Hinweis), und nicht nur als Dateilink.
Für die Praxis bedeutet das: Die herunterladbaren Dateien liefern das Detailwissen; MEMORY.md ist der Wegweiser dorthin und enthält die wirklich kritischen Kurzregeln. Beides zusammen gibt Claude Code einen zuverlässigen Schnellstart.
Informationsverlust zwischen Sitzungen – und wie man ihn begrenzt
Das Memory-System ist leistungsfähig, aber kein perfektes Gedächtnis. Es gibt drei typische Verlustquellen:
- Nicht alles wird proaktiv gespeichert. Claude Code soll wichtiges Wissen automatisch ins Memory schreiben – tut dies aber nicht lückenlos. Kurze Entscheidungen in langen Sitzungen, kleine Konventionen, einmalige Korrekturen: vieles bleibt ungeschrieben, wenn man nicht explizit darum bittet.
- Die 200-Zeilen-Grenze des Index. Was in
MEMORY.mdüber Zeile 200 hinausgeht, wird abgeschnitten. Wächst der Index zu groß, verschwinden ältere Einträge aus dem Sichtfeld von Claude Code. - Veraltete Einträge bleiben stehen. Wenn sich etwas ändert und der passende Memory-Eintrag nicht aktualisiert wird, arbeitet Claude Code in der nächsten Sitzung möglicherweise mit falschen Annahmen.
Was hilft: Bitten Sie Claude Code von Zeit zu Zeit, sein Memory zu konsolidieren:
Konsolidiere Dein Memory: prüfe auf veraltete Einträge, fasse Zusammengehöriges zusammen und halte MEMORY.md unter 200 Zeilen.
Das ist keine eingebaute automatische Funktion – es ist eine inhaltliche Aufgabe, die das Verstehen der Einträge erfordert und deshalb nur als Anweisung an Claude Code funktioniert. Mit dem Befehl /memory in der Eingabezeile kann man außerdem jederzeit ansehen, was aktuell im Memory gespeichert ist.
Für kritisches Wissen gilt zusätzlich: Lieber einen Eintrag zu viel als zu wenig explizit anfordern – „Merke Dir, dass …" ist zuverlässiger als darauf zu vertrauen, dass Claude Code es von selbst notiert.
Die zwei Download-Dateien
Ich biete zwei Dateien an, die ich im Laufe der Umstellung erarbeitet habe:
- publii-claude-memory.md – Generisches Publii-Wissen für alle, die Publii mit Claude Code zusammen nutzen wollen. Enthält: Verzeichnisstruktur, SQLite-Schema, Config-Formate, Bildverwaltung, häufige Fehler und deren Lösung.
- publii-hm3-claude-memory.md – Ergänzung speziell für die Migration von Homepage Maker 3 nach Publii. Enthält: typische HM3-HTML-Struktur, Konversionsstrategie mit Python-Codebeispielen, Bildpfad-Muster, Qualitäts-Checkliste.
Die HM3-Datei setzt die generische Datei voraus – installieren Sie beide.
So verwenden Sie die Memory-Dateien
Laden Sie die gewünschten Dateien herunter. Starten Sie dann Claude Code im Publii-sites/-Verzeichnis und sagen Sie einfach:
Hole Dir die Memory-Dateien aus dem Downloadverzeichnis und richte das Memory ein.
Claude Code weiß, wo sein Memory-Verzeichnis liegt, findet die Dateien im Downloadordner, kopiert sie an die richtige Stelle und legt bei Bedarf einen Index (MEMORY.md) an. Keine Terminalbefehle, keine Pfade von Hand eingeben.
Ab dem nächsten Start liest Claude Code das Memory automatisch und ist sofort mit dem Publii-Wissen vertraut.
Sicherheitscheck: So prüfen Sie die Dateien
Die Dateien sind einfache Textdateien im Markdown-Format – kein ausführbarer Code, keine Skripte, keine Makros. Sie können die Dateien vor der Verwendung mit jedem Texteditor öffnen und vollständig lesen.
Dennoch gilt: Claude Code liest diese Dateien und handelt nach ihren Anweisungen. Eine manipulierte Memory-Datei könnte Claude Code dazu bringen, unerwünschte Aktionen auszuführen – das nennt sich Prompt Injection. Prüfen Sie deshalb:
- SHA256-Prüfsummen vergleichen (empfohlen):
Die Prüfsummen der Originaldateien, die ich veröffentlicht habe:
publii-claude-memory.md: a80047eb151c633db9bfff7f213ae5d81bc94ce155093c4785d9299512809b3f
publii-hm3-claude-memory.md: c96159fca30643e5bcae5846fb29c03e4b7a5795c337fc74dd01ac7efe891fef
Prüfung unter Linux/macOS im Terminal:sha256sum publii-claude-memory.mdsha256sum publii-hm3-claude-memory.md
Unter Windows (PowerShell):Get-FileHash publii-claude-memory.md -Algorithm SHA256
Stimmt der angezeigte Hash mit dem oben genannten überein, ist die Datei unverändert.
- Datei im Texteditor lesen: Öffnen Sie die Datei in einem einfachen Texteditor (z.B. gedit, Notepad, VS Code). Die Datei enthält nur beschreibenden Text, Codebeispiele und Tabellen – kein HTML, kein JavaScript, keine ausführbaren Anweisungen.
- Auf Anomalien achten: Verdächtig wäre versteckter Text (z.B. in weißer Schrift auf weißem Hintergrund, was in einer .md-Datei aber nicht möglich ist), ungewöhnliche Sonderzeichen oder Anweisungen wie „Ignoriere alle vorherigen Anweisungen".
Das Wissen entstand in der Praxis
Alle Inhalte dieser Memory-Dateien entstammen der echten Umstellung von logies.de – einer 30 Jahre alten Homepage-Maker-3-Website – auf Publii. Ich habe dabei gelernt, wo Publii abweicht von dem, was man erwarten würde: das Datumsproblem, die Responsive-Bilder, die Menü-Tücken. Dieses Wissen steckt jetzt in den Dateien.
Wenn Sie eigene Erfahrungen machen, die hier fehlen: Schreiben Sie mir – die Kontaktdaten finden Sie im Impressum.
Ausblick: Memory-Dateien als Standard-Schnittstelle
Das hier beschriebene Vorgehen funktioniert natürlich analog für sehr viel andere Software. Im Grunde sind Memory-Dateien KI-Schnittstellen für die menschliche Interaktion mit Programmen – maschinenlesbare Kontextdokumente, die einem KI-Assistenten erklären, wie eine bestimmte Software funktioniert, welche Fallstricke es gibt und wie typische Aufgaben zu erledigen sind.
Denkbar wäre das für jede Software, die man regelmäßig mit KI-Unterstützung nutzt – in meinem Fall etwa auch für unsere Praxissoftware. Wer einmal eine gute Memory-Datei erstellt hat, spart sich bei jeder neuen Sitzung die Einarbeitungszeit.
Dass solche lokal laufenden KI-Agenten gerade von jedem bedeutenden KI-Anbieter veröffentlicht werden, ist kein Zufall: Es ist offensichtlich, dass sie auf jedem PC und jedem Endgerät zum Standard werden. Die Memory-Datei ist dabei das Bindeglied zwischen menschlichem Erfahrungswissen und maschineller Ausführung – und je mehr solche Dateien für verbreitete Software öffentlich zugänglich sind, desto niedrigschwelliger wird der Einstieg für alle.
